2C for ART

Christo & Jeanne-Claude

Reveal by concealing

Ausstellung "REVEAL BY CONCEALING“ von Christo & Jeanne-Claude in der Salzburger Galerie 2CforART

Zu Beginn der Sommer Festspiele eröffnet die Galerie 2CforArt in Salzburg die nächste Ausstellung mit Collagen, Skizzen, Fotografien und Limited Editions von Christo anlässlich des 80. Geburtstags des Künstlers. Die Vernissage findet am Freitag, 17. Juli 2015 ab 18:00 Uhr statt.

Das Ehepaar Christo und Jeanne-Claude (1935-2009) gehört zu den bekanntesten Künstlern weltweit. Ihre Großprojekte, wie z.B. der Verhüllte Reichstag in Berlin oder The Gates im New Yorker Central Park fanden weltweit Beachtung. Andererseits blieben viele ihrer Projekte Visionen, weil die Politik blockierte oder andere Gründe dagegen sprachen. Ausschließlich für diese nicht realisierten Visionen entstehen die so genannten Limited Editions im Bereich der originalen Collage-Grafiken. Diese als eigenständig zu bezeichnenden Kunstwerke erinnern im Detail an die entwickelte Projektidee und verarbeiten Mustermaterialien, Skizzen, Fotografien und Entwurfszeichnungen.

Verhüllen, nicht verpacken! Mit Vehemenz reagierten Christo und seine Ehefrau Jeanne-Claude, wenn das, wofür sie weltweit berühmt sind, falsch beschrieben wurde. Denn für beide stand hinter dem Begriff verhüllen keineswegs nur der mechanische Akt, sondern eine ästhetische Überzeugung. Man könnte es paradoxer Weise mit Sichtbarmachen beschreiben. Indem Christo & Jeanne-Claude durch Stoffe einen Ort, ein Bauwerk oder ein Objekt verhüllen oder zumindest doch den Blick darauf verhindern, provozieren sie die Erinnerung der Menschen genau an diesen Ort, jenes Bauwerk oder das Objekt.

Die öffentliche Wahrnehmung und Diskussion ihres künstlerischen Werkes beschäftigt auch heute noch Kunstpsychologen und Kunsthistoriker. Christo & Jeanne-Claude haben niemals für die Großen und Mächtigen der Welt gearbeitet. Doch gerade die fühlen sich sehr oft berufen, über das Werk der Künstler zu urteilen. An dem Projekt Verhüllter Reichstag etwa arbeiteten Christo & Jeanne-Claude fast 25 Jahre; es wurde nach langem Hin und Her sogar ein Beschluss des Deutschen Bundestages notwendig, damit eines der eindrucksvollsten und auch medial größten Kunstereignisse des letzten Jahrhunderts stattfinden konnte. Die gelegentliche Ablehnung und die vielfache Diskussion überrascht um so mehr, als die allermeisten Projekte nur temporäre Veränderungen mit sich bringen und sich die Künstler zudem verpflichten, recyclebare Materialien zu verwenden, alles aus eigener Tasche zu finanzieren und keine öffentlichen Gelder zu nutzen und den Ur-Zustand der Orte oder Bauwerke wieder herzustellen.

Die Kunst von Christo & Jeanne-Claude ist im allerbesten Sinne des Wortes populär. Das bedeutet, wirklich jeder kann sich eines ihrer Werke leisten, denn er braucht ja einfach nur hinzusehen! Die Fotografien, Grafiken, Gemälde und Collagen sind wie Anker, mit denen wir unsere Gefühle auf immer festhalten können. Andererseits ist nicht zu übersehen, das viele Arbeiten neben einer großartigen Außenwirkung auch gesellschaftliche Fragen berühren. So war ihr 1991er Projekt „The Umbrellas“ auch eine politische Arbeit, die 45 Jahre nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges das noch immer angespannte Verhältnis zwischen den USA und Japan diskutabel machte. Hier wird deutlich, dass das, was Christo und Jeanne-Claude tun, keine Inszenierung für die Medien oder eine moderne Spaß- und Erlebniskultur ist, sondern dass dahinter ein ernsthafter, ein sehr genuiner ästhetischer Anspruch steht.