2C for ART

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Ian Davenport

Ian Davenport wurde 1966 in Kent geboren. Sein Markenzeichen sind seine „Puddle Paintings“, mit denen er international erfolgreich wurde und seine künstlerische Eigenständigkeit entwickelte. Dabei lässt er flüssige Farbe mittels einer Spritze in geraden Linien über eine Oberfläche fließen, um sie dann am unteren Bildraum in einer Art Pfütze zusammen- und ineinander fließen zu lassen. Dadurch entsteht ein dynamischer Kontrast zu den streng angeordneten Linien. Davenport kombiniert in seinen Gemälden lebhafte Farben und einfache Formen mit unbehandeltem Trägermaterial. Er nutzt die Gesetze der Schwerkraft und die speziellen Eigenschaften der Farbe. In seiner Malerei verschmilzt die Präzision des Minimalismus mit der Freimütigkeit von satten Farben. Seit 2002 widmet sich Davenport vermehrt diversen Drucktechniken, vor allem dem Siebdruck und der Radierung. Es ist dem Künstler sehr wichtig, seine Gemälde und prints als Einheit zu sehen. Bei der Herstellung der prints nimmt er seine Gemälde auseinander, analysiert jedes Element und passt es an. Im Printstudio experimentiert er mit raffinierten Farbkompositionen. Seitdem er auch an Drucken arbeitet, hat die verwendete Farbe eine größere Bedeutung als der Malprozess. Davenports prints werden in der Galerie 2CforArt erstmals im Rahmen einer Solo Show in einer österreichischen Galerie präsentiert. In Davenports ersten Siebdrucken ist vor allem der Relief Aspekt sehr offensichtlich, der durch das Auftragen verschiedener Farbschichten zu Tage tritt. Bei den Radierungen hingegen ermöglicht das zur Verfügung stehende Farbspektrum fantastische, samtartig anmutende Farbkombinationen. Im Unterschied zu den zweifarbigen Radierungen fließen die Linien bei den mehrfarbigen Drucken ineinander über. Davenport betont die ungeheure Körperlichkeit des Herstellungsprozesses und seiner Materialien, die letztlich auch Ausdruck findet in den Radierungen. Davenports Farbradierungen wirken absolut augenblicklich, unmittelbar, dem „Jetzt“ verhaftet. Obwohl die Radierung schon seit über 500 Jahren bekannt ist, sind Davenports Radierungen mit den satten, dynamischen Farben extrem zeitgemäß. Im Gegensatz zu den farblosen traditionellen Radierungen des 15. Jahrhunderts erkundet der Künstler Farbe und ihre Beziehung zu Größe und Raum.Im Print Studio ist Ian Davenport ein penibler Tüftler und ist in jeder Phase zu 100 % involviert. Das Endergebnis bei der Anordnung der Farblinien entspricht eher einer zufälligen Anordnung als einem wohl durchdachten Arrangement. Davenport lässt im Druckprozess Intuition, zufällig auftretende Fehler und Experimente bewusst in seine Arbeiten einfließen. Er überprüft bei jedem Farbton, wie sich dieser auf dem speziellen Papier verhält, bis er in spielerischer Weise zum finalen Farborchester gelangt.